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Vorarbeiten Firmwareinstallation Ubiquiti Nanostation Loco M2 XW

Link zur Wiki-Seite der Node-Firmeare; https://wiki.freifunk-franken.de/w/Anleitungen/Node_Firmware

Ich habe hier eine Ubiquiti Nanostation Loco M2 XW mit der im Oktober 2024 aktuellen Firmware 6.3.14 vorliegen.

Mit dieser Firmware können nur Ubiqiti-Firmware-Dateien eingespielt werden. Wir benötigen deshalb eine unsignierte Version der Ubiquiti-Firmware, um auch fremde Software wie OpenWrt oder eben Freifunk-Franken-Firmware (die auf OpenWRT aufbaut) einspielen zu können.

Wir benötigen deshalb folgende Dateien:

Passende Ubiquiti-Firmware per TFTP installieren

Wenn wir versuchen, mittels TFTP die Freifunk Software auf einem Router mit aktueller Ubiquiti-Firmware zu übertragen, werden wir am Ende der Übertragung auch einen Hinweis erhalten, dass die übermittelte Firmware nicht korrekt ist. Deshalb müssen wir erst die unsignierte Version 6.0.4.3 Build 30805 per TFTP einspielen.

Es empfiehlt sich, die Stromversorgung der Ubiquiti-Station in eine Steckdosenleiste mit Schalter einzustecken. Dadurch lässt sich der nachfolgend beschrieben Vorgang zum Reset der Station leichter handhaben.

  1. Am PC eine SSH-Konsole öffnen und in das Verzeichnis gehen, wo die .bin-Datei mit der unsignierten Version 6.0.4 gespeichert ist.
  2. Manuelle IP-Adresse für die Netzwerkschnittstelle am PC vergeben
    Hierzu am PC manuell eine feste IP-Adresse wie z. B. die 192.168.1.1 und der Netzwerkmaske 255.255.255.0 vergeben. Wichtig ist, die 192.168.1.20 darf nicht verwendet werden, weil das die IP der Nanostation ist, auf der beim Reset der TFTP-Client lauscht.

  3. Ubiquiti Nano direkt mit der LAN-Schnittstelle des PC verbinden.

  4. Ubiquiti Station resetten
    Am Boden des Ubiquiti-PoE-Netzteils befindet sich eine kleine Öffnung, welche mit Reset beschriftet ist. Mit einer aufgebogenen Büroklammer oder einem passenden Schraubendreher kann man darunter einen kleinen Reset-Taster erfühlen. Wir drücken nun vorsichtig auf diesen Reset-Taster und schalten die Steckdose aus.

    Nun müssen wir den Reset-Taster während der weiteren Schritte durchgehend gedrückt halten !

    Wir schalten die Steckdose wieder ein. Nach ein paar Sekunden leuchten die 3. und 4. LED von links auf.

    Wieder einige Sekunden später erlöschen die beiden farbigen LEDs und es leuchten nur noch die beiden grünen LED's links (Power und LAN-Anschluß).

    Nach einer Zeit werden die rechten 4 LED's gemeinsam aufleuchten und kurz danach eine Art hin- und herlaufendes Leuchtband anzeigen.

    Jetzt müssen wir nur noch ein paar Sekunden warten, bis die rechten 4 farbigen LEDS in ein Blinkmuster umschalten wobei immer zwei LEDs abwechselnd blinken.
    Das ist der Zeitpunkt, wo die Nanostation den TFTP-Client gestartet hat und auf der IP-Adresse 192.168.1.20 auf eingehende Daten wartet.
    Nun können wir den Reset-Taster auch wieder loslassen.

  5. TFTP-Übertragung am Server starten
    Am (Linux-)PC in der Konsole folgende Befehle eingeben:

    tftp 192.168.1.20
    binary on
    trace on
    put [Dateiname der bin-Datei]

    Danach läuft die Anzeige der übertragenen Pakete durch.

    Am Ende darf keine Fehlermeldung zu sehen sein. Es ist auch ersichtlich, dass der letzte Datenblock eine kleinere Dateigröße hatte. Sie können durch die Eingabe des Buchstabens q den TFTP-Server am PC beenden.

  6. Bootvorgang der Ubuntu-Nano-Station abwarten.
    Jetzt mindestens 5 Minuten warten, bis der Bootvorgang der geänderten Firmware abgeschlossen ist. Im Anfangsstadium ist wieder ein hin- und herwanderndes Leuchtband der LED's zu sehen. Das geht später in ein langsames Blinken der rechten LED über. Hier keinesfalls die Ubiquiti-Station ausschalten !
    Abwarten, bis die rechte LED dauerhaft erloschen ist.

  7. Prüfung, ob die Ubiquiti-Station erreichbar ist.
    ping -6 fdff::1  sollte eine Antwort erhalten.

    ​​​​​


Problembehebung wenn ping -6 fdff::1 keine Rückmeldung mehr liefert

Hinweis: Bei meiner Station funktionierte der ping -6 fdff::1 nur bis zur Firmware-Version 2021-12-24.

Beim Bootvorgang zeigten die LEDs aber die normale Abfolge an. Nach dem die rechte LED mit dem gleichmäßigen Blinken aufhörte, war die Station scheinbar tot.

Ein ping -6 fdff::1 brachte kein Ergebnis mehr und es wurden vom Ubiuiti-Gerät auch keine IPv4-Adressen mehr vom DHCP-Server bezogen. Eine Überwachung des Neztwerkverkehrs zeigte auch keine DHCP-Anfragen der Ubiquiti-Station mehr an.

Der Grund dafür liegt in der Datei /etc/config/network. Darin wird die Schnittstelle wan auf ifname eth2 konfiguriert. Meine Station hat aber nur einen Anschluss für das LAN-Kabel (Es gibt wohl Modelle mit zwei LAN-Anschlüssen).

Wie kann man das Problem lösen ?

Mittels dem Befehl ping -6 ff02::1 können alle erreichbaren Geräte unter IP-v6 angezeigt werden.

Der Befehlt ping  -6 ff02::2 zeigt alle erreichbaren Router an und wird deshalb ein etwas übersichtlicheres Ergebnis anzeigen.

Sie finden in der Liste auch einen Eintrag mit der MAC-Adresse Ihrer Nanostation.

Beispiel: Ihr Gerät hat die MAC-Adresse aa:bb:cc:dd:ee:ff und die LAN-Schnittstelle am PC die Bezeichnung eth0 - dann wird in der Liste folgender Eintrag erscheinen: fe80::aa:bb:cc:dd:ee:ff%eth0

Jetzt können Sie sich mit ssh  auf Ihre Nanostation verbinden: ssh -6 root@fe80::aa:bb:cc:dd:ee:ff%eth0

Nach Eingabe des Kennwortes befinden Sie sich auf Ihrer Nanostation und können die Konfigurationsdatei anpassen: vi /etc/config/network

Wenn sie den Dateiinhalt im Editor sehen, drücken Sie einmal die Taste i, um in den Einfügemodus umzuschalten.

Im Abschnitt config interface 'wan' gehen Sie in die Zeile 19 und ändern die Bezeichnung von eth2 auf eth0 ab:
option ifname 'eth0'

Im Abschnitt config interface 'client' gehen Sie in die Zeile 15 und entfernen die Bezeichnung eth0
option ifname 'bat0'

Das waren schon alle durchzuführenden Änderungen.

Nun drücken Sie einmal die ESC-Taste, um den Einfügemodus wieder zu beenden. Durch Eingabe von :qs wird die aktualisierte Datei gespeichert.

Kontrollieren Sie die Änderung durch Ausgabe der Datei am Bildschirm: cat /etc/config/network

Mit der Eingabe von reboot lösen sie den Neustart der Nanostation aus.

Dieser Vorgang dauert etwa 5 Minuten. (Wenn die rechte LED nicht mehr blinkt, ist er abgeschlossen.) Ab sofort können Sie die Station wieder unter der IP4-Adresse erreichen  und auch im Monitoring vom Freifunk Franken wird das Gerät wieder als online erscheinen.

Die Arbeiten müssen auch durchgeführt werden, wenn Sie ein factory-image von Freifunk Franken ab der Version 2022#### und neuer für die Ersteinrichtung verwendet haben.

Wobei der ping -6 fdff::1 bei mir auch weiterhin nicht funktioniert. Für Hinweise zur Lösung des Problems wäre ich dankbar.

Konfiguration der Freifunk-Franken-Software

Sie können jetzt die direkte Verbindung von PC und Ubiquiti-Station wieder aufheben und beide Geräte mit Ihrem Internet-Router verbinden.

Melden Sich sich nun im Browser auf der Ubiquiti-Station an, indem  sie die passende IPv6 Adresse in der Adresszeile des Browsers eingeben. [fdff::1], die dem Router zugewiesene IP-V4-Adresse oder die wie oben beschrieben ermittelte IP-Adresse. Durch Umschließung der Angabe mit eckigen Klammern erkennt der Browser, dass es sich um eine IPv6-Adresse handelt.

Melden Sie sich dann an der Weboberfläche mit den Zugangsdaten root und Kennwort ffol an.

Als erste Maßnahme vergeben Sie im Reiter Password ein eigenes Kennwort !

Danach gehen Sie auf den Reiter Einstellungen und geben die Angaben zu Ihrem Router ein.
Die Koordinaten sind wichtig, damit automatisch die kürzeste Verbindung zum nächstliegenden Freifunkknoten erfolgen kann.

​Eine Eingabe der E-Mail-Adresse ist auch zwingend, damit im Falle von Störungen der Betreiber des Routers informiert werden kann.

Als letzten Schritt gehen Sie auf den Reiter Schnittstellen und wählen dort die Variante WAN aus, damit die per WLAN verbundenen Clients in das Internet weitergeleitet werden.

Nach einem Reboot sollte nach kurzer Zeit ihr Router bei den lokalen IPv4-Adressen in Ihrem Internetrouter mit auftauchen und auf der Monitoring-Seite von Freifunk Franken erscheinen.
Er erscheint dort gemäß den von Ihnen erfassten Koordinaten auf der Karte. Sie können unter dem Register Router auch mit CTRL-F nach ihrer Routerbezeichnung oder der hinterlegten E-Mail-Adresse bzw. den von Ihnen eingerichten Usernamen suchen.

Eine eigene SSID für das lokale WLAN kann man mit dieser Anleitung per SSH-Konsole einrichten.

Nachfolgend eine Bildersammlung mit Bildschirmkopien meiner Installation:

Bildschirmkopien Einrichtung Ubiquiti Nanostation Loxo M2 XW für Nutzung in Freifunk Franken